[31. August 2026] Künstlerische Intervention und Installation im Salzburger Freilichtmuseum – mit GEH:spräch „Stadt – Land im Spannungsfeld“ am 18. September
ECHO
Erde. Erinnerung. Widerstand.
Eine künstlerische Intervention im Salzburger Freilichtmuseum, zu sehen vor dem Kraller im Pinzgau
Das Salzburger Freilichtmuseum widmet sich noch bis Saisonende am 11. November unter dem Titel „AUFSTAND MACHEN!“ dem Bauernkrieg 1525-1526 und konzentriert sich dabei insbesondere darauf, Gegenwartsbezüge herzustellen. Der Künstler Klaus Ludwig Kerstinger zeigt mit der Intervention „ECHO – Erde. Erinnerung. Widerstand.“ seinen Blick auf die Historie.
ECHO versteht das Freilichtmuseum Salzburg nicht als Ort der historischen Rekonstruktion, sondern als lebendigen Erinnerungsraum. Kerstinger begreift den Bauernkrieg nicht als abgeschlossenes historisches Ereignis, sondern als gesellschaftliche Erfahrung, deren Fragen bis heute nachwirken: Wem gehört der Boden? Wer bearbeitet ihn? Wer entscheidet über seine Nutzung? Und wie wird an jene erinnert, deren Leben unmittelbar mit ihm verbunden war?
Im Zentrum der Arbeit steht der Boden selbst. Er ist Lebensgrundlage, Speicher von Geschichte und Austragungsort gesellschaftlicher Konflikte. Die Installation verzichtet bewusst auf illustrative oder museale Darstellungen. Stattdessen arbeitet sie mit lebenden Materialien wie Erde, Holz, Steinen, Moosen sowie Pflanzen. Deren Wachstum, Veränderung und Vergänglichkeit machen den zeitlichen Prozess der Erinnerung sichtbar.
Die Künstlerische Intervention “ECHO” von Klaus Ludwig Kerstinger ist ab sofort im Salzburger Freilichtmuseum vor dem Kraller im Pinzgau zu sehen: Vor dem Bauernhaus liegt ein flaches Erinnerungsfeld, in dessen Oberfläche sich die Form eines Schädels abzeichnet. Dieses Motiv erscheint nicht als monumentales Symbol des Todes, sondern als Zeichen des Kreislaufs von Leben und Vergehen. Es erinnert an jene Menschen, die den Boden bearbeiteten, von ihm lebten und im Kampf um ihre Lebensgrundlagen ihr Leben verloren.
ECHO richtet den Blick nicht nur auf den Bauernkrieg, sondern auch auf das alltägliche Leben der Menschen dieser Zeit.
In Häusern wie diesem wurde geboren und gestorben, gearbeitet und gegessen, gefeiert und getrauert. Der Boden war dabei Lebensgrundlage: Er wurde bearbeitet, brachte Nahrung hervor und bestimmte den Rhythmus des Lebens.
So verbindet ECHO historische Erinnerung mit den grundlegenden Kreisläufen des Lebens; mit Werden, Wachsen und Vergehen.
Ein begleitendes GEH:spräch am 18. September von 15:00 bis 17:00 Uhr im Salzburger Freilichtmuseum erweitert die Kunstintervention um eine diskursive Ebene rund um das Spannungsverhältnis von Stadt und Land.
Impulse im Zuge des GEH:SPRÄCHs:
- Maximiliane Buchner, Kunsthistorikerin, Sammlungsleitung Corporate Collection der Sparkasse OÖ
- Peter Fritz, Direktor des Salzburger Freilichtmuseums
- Gerald Heidegger, Ressortleiter für Zeitgeschichte und Zeitgeschehen in der Hauptabteilung ORF Wissen
- Klaus Ludwig Kerstinger, Künstler
Anmeldung bitte bis 15. September: per Mail an salzburger@freilichtmuseum.com
Eintritt: Tagesticket
